Zirkulär Bauen – Ein Leitfaden für Investoren und Bauherren
Ein Leitfaden von EnergieSchweiz liefert eine Auslegeordnung zu Wirtschaftlichkeit, Messbarkeit und rechtlichem Rahmen zu zirkulärem Bauen in der Schweiz.

Die Schweizer Baubranche ist für ein Drittel des Treibhausgas-Fussabdrucks der Schweiz und rund 70% des Schweizer Rohstoffbedarfs verantwortlich. Zudem macht sie 80 Prozent des nationalen Abfallaufkommens aus. Konsequente Kreislaufwirtschaft könnte diesen Problemen effizient entgegenwirken. Der Leitfaden von EnergieSchweiz, der in Zusammenarbeit mit Wüest Partner und Durable Planung und Beratung publiziert wurde, soll Orientierung beim Thema Zirkularität schaffen.
Messen, was zählt
Wer Kreislauffähigkeit steuern will, muss sie messen können. Der Leitfaden empfiehlt drei zentrale Messgrössen: den Verbrauch nicht erneuerbarer Primärrohstoffe, den Ausstoss grauer Treibhausgasemissionen und die Kreislauffähigkeit am Ende von Nutzungszyklen. Dabei warnt er ausdrücklich davor, sich allein auf Zirkularitätsindikatoren zu verlassen – diese erlauben keine vollständige Aussage über die Umweltauswirkungen eines Gebäudes und sollten stets zusammen mit dem Treibhauspotenzial betrachtet werden.
Projekte mit Vorbildcharakter
Der Leitfaden listet elf Referenzprojekte auf, die zeigen sollen, wie unterschiedlich sich zirkuläres Bauen in der Praxis ausbuchstabieren lässt – vom partizipativ mit Strohballen gedämmten Wohnbau in Genf über den Umbau des Silo Erlenmatt Ost in Basel bis zum Hybridbau Hortus von Herzog & de Meuron in Allschwil.
Eines der Projekte ist das Schulprovisorium der Kantonsschule Stadelhofen auf dem Empa-Eawag-Areal in Dübendorf, das Anfang August 2026 eingeweiht wurde.
Was das Projekt aus Sicht der Kreislaufwirtschaft besonders macht, ist seine explizite Auslegung auf Wiederverwendung. Rund 250 Holzmodule bilden zwei Schultrakte mit Klassenzimmern, Fachräumen und Mensa sowie einen dritten Trakt mit zwei Sporthallen. Die Erstnutzungsdauer am Standort Dübendorf beträgt rund zehn Jahre. Danach lassen sich die Modul- und Elementbauten demontieren und an einem noch nicht bekannten Standort wieder aufbauen – die gesamte Lebensdauer des Provisoriums ist auf mindestens 30 Jahre ausgelegt, verteilt über mehrere Einsatzorte.
Angeregte Diskussion während Webinar
Der Leitfaden sowie das Projekt Kantonsschule Stadelhofen, wurden am 1. September 2026 in einem VEK-Webinar vorgestellt, wobei angeregte Diskussionen entstanden.
Der gesamte Leitfaden sowie die Präsentation vom 1. September 2026 finden sich unter den weiterführenden Links.