Smarte Reinigung mit Mehrwert
Dank Robotern, Sensoren und smarter Planung reinigt der Flughafen Zürich heute gezielter und effizienter. Eine saubere Sache. Mit der automatisierten Reinigung leistet der Airportbetreiber auch einen Beitrag zur Reduktion der unternehmenseigenen Umweltbelastungen.

Am Flughafen Zürich hat sich die Gebäudereinigung grundlegend verändert. Autonome Reinigungsroboter, Sensoren in sanitären Anlagen und eine digitale Einsatzplanung sorgen dafür, dass Reinigungsarbeiten gezielter, effizienter und vorausschauender durchgeführt werden können. Die Technologie erleichtert die Arbeit der Reinigungsteams: Statt fester Reinigungszyklen wird bedarfsgesteuert gereinigt. Grossflächige Arbeiten übernehmen die Roboter. So können die Reinigungsqualität hochgehalten und gleichzeitig die Mitarbeitenden im Alltag entlastet werden. «Unsere Mitarbeitenden können sich heute auf die komplexeren Reinigungsaufgaben konzentrieren», sagt Daniel Ammann, Leiter Gebäudereinigung bei der Flughafen Zürich AG. Der Arbeitskräftemangel hat zunehmend die Belastung der Mitarbeitenden erhöht. Und nicht nur die Quantität, auch die Art der Arbeit verändert sich: Sie wird technischer und beinhaltet mehr Koordinationsaufgaben.
Autonome Navigation
Die Roboter wurden sukzessive eingeführt. Seit letztem Herbst sind 26 Geräte im Einsatz. Insgesamt reinigen sie täglich rund 120'000 Quadratmeter Fläche in sämtlichen Passagierbereichen – insbesondere grossflächige Bereiche in Check-in-Zonen, Terminals und Aufenthaltszonen. Die Geräte navigieren bis zu 24 Stunden selbstständig durch den laufenden Betrieb, erkennen Hindernisse, entleeren Schmutzwasser und fahren automatisch zu ihren Ladestationen. Dort laden sie sich selbst auf. Der benötigte Strom stammt entweder aus dem flughafeneigenen Heizkraftwerk oder aus extern beschaffter Elektrizität, die vollständig aus erneuerbaren Quellen stammt. Der Energieverbrauch der Roboter variiert je nach Fläche, Verschmutzungsgrad und Personenaufkommen. Bei hoher Frequenz verlängern sich die Fahrwege durch vermehrte Ausweichmanöver.
Bedarfsorientiert statt Pauschal
Ergänzt wird der Robotereinsatz durch ein Netz aus Sensoren. In rund 600 WC-Anlagen messen sie Besucherströme, Füllstände und Sauberkeit. Über einfache Feedback-Knöpfe können Passagiere auch direkt Rückmeldungen geben. Im Monat werden über 50000 solcher Rückmeldungen erfasst. Die Daten fliessen in eine zentrale Plattform, die Reinigungsaufträge situationsabhängig priorisiert und damit auch Vorhersagen für die Zukunft durchführt. So können stark frequentierte Anlagen schneller gereinigt werden. Die Reinigung erfolgt nicht mehr starr nach festen Intervallen, sondern orientiert sich am prognostizierten und durch Passagiere nachgefragtem Bedarf. Gleichzeitig stellt das System sicher, dass sämtliche öffentliche Anlagen regelmässig gereinigt werden. Der durch Algorithmen und künstliche Intelligenz gestützte Mechanismus registriert eine ausbleibende Benutzung und löst dennoch Reinigungsaufträge aus. Dadurch bleiben hygienische Standards unabhängig von der Nutzungsfrequenz jederzeit gewährleistet.
Ressourcen effizient einsetzen
Auch Abfalleimer melden automatisch, wenn sie geleert werden müssen. Das spart Ressourcen und vermeidet unnötige Wege. Die Reinigungsteams erhalten alle Aufträge über mobile Geräte mit Lageplan und Prioritätsstufe, wodurch Abläufe effizienter gestaltet werden. «Früher wurde ein fester Turnus abgearbeitet. Heute wissen wir genau, wo gerade eine Reinigung nötig sein wird und können diese viel schneller und effizienter sicherstellen. Das macht unsere Arbeit zielgerichteter und erhöht die Sauberkeit», erklärt Ammann.

Gleichzeitig bringt die neue Technik auch ökologische Vorteile: Digitale Dosier- und Wasseraufbereitungssysteme senken den Verbrauch von Reinigungsmitteln und sparen bis zu 50 Prozent Frischwasser. Die Reinigungsroboter bereiten Schmutzwasser direkt auf und können es so bis zu drei Mal verwenden, bevor es getauscht werden muss. Das schont Ressourcen, ohne dass Abstriche bei der Sauberkeit und Hygiene gemacht werden müssen.
Mehr Komfort für Passagiere
Trotz steigendem Arbeitskräftemangel kann so sichergestellt werden, dass am Flughafen Zürich die hohen Ansprüche an Sauberkeit und Ordnung erfüllt werden können. Die Rückmeldungen sind positiv und bei den Skytrax World Airport Awards 2025 wurde der Flughafen Zürich als «Cleanest Airport in Europe» gewürdigt. Eine Bewertung, die direkt auf das tägliche Aufenthaltserlebnis der Passagiere zurückgeht. «Diese Auszeichnung bestätigt, dass unser Weg richtig ist», sagt Ammann.
Unterwegs in Richtung Netto-Null
Die Flughafen Zürich AG will für unternehmenseigene Treibhausgasemissionen bis 2040 das Ziel Netto-Null erreichen. Zur Reduktion ihrer Emissionen verfolgt die Flughafen Zürich AG eine duale Strategie: Am Boden geht es um eine Reduktion der Emissionen, die grösstenteils durch das Heizen und Kühlen der Gebäude und die Fahrzeugflotte entstehen. In der Luft unterstützt das Unternehmen die Massnahmen der Luftfahrtbranche, um die Emissionen aus dem Flugverkehr auf Netto-Null zu bringen. Das soll unter anderem durch den Einsatz von Sustainable Aviation Fuels (SAF) und verbesserte Betriebsabläufe geschehen. Ein Grossteil der Emissionen entlang der Wertschöpfungskette des Flughafens entfällt auf den Flugverkehr. Der Treibhausgas-Ausstoss der Flughafen Zürich AG fällt vergleichsweise wenig ins Gewicht. Doch mit rund 22'500 Tonnen im Jahr 2025 ist er dennoch nicht vernachlässigbar. Zur weiteren Reduktion der Emissionen hat die Flughafen Zürich AG eine Reihe von Massnahmen geplant. Dazu gehören die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Quellen, emissionsfreies Heizen und Kühlen, die energetische Sanierung von Gebäuden sowie der Ausbau der Elektromobilität.
Neubauten als zertifizierte Leuchttürme
Um den Energiebedarf zu senken, wird die Gebäudehülle bestehender Bauwerke besser gedämmt und die Gebäudetechnik optimiert. Jüngste Beispiele dafür sind die Fahrzeughalle und diverse Gebäude für den technischen Unterhalt. Wo die Bausubstanz oder die Flughafen-Planung den Erhalt eines Gebäudes nicht zulässt, werden Neubauten möglichst nach nachhaltigen Standards realisiert. Beispiele dafür sind der 2020 eröffnete Bürokomplex Circle sowie das geplante neue Dock A. Der Circle erfüllt mit Labels wie LEED Platinum höchste Nachhaltigkeitsanforderungen, sowohl an den Bau als auch den Betrieb. Er ist zudem das grösste Minergie-zertifizierte Gebäude der Schweiz.