CO2 in 1100 Metern Tiefe – Swisscom unterstützt ETH-Pilotprojekt
Ein Pilotprojekt der ETH Zürich untersucht, ob sich CO2 in einem Bohrloch in der Gemeinde Trüllikon im Kanton Zürich in einer geeigneten Gesteinsschicht in mehr als 1000 Metern Tiefe einspeisen lässt. Swisscom unterstützt das Forschungsprojekt finanziell.

Um die Klimaziele zu erreichen, müssen Treibhausgasemissionen möglichst reduziert oder vermieden werden. In einigen Bereichen wie der Zementproduktion, der Kehrichtverbrennung oder der Landwirtschaft lassen sich Emissionen jedoch nicht vollständig vermeiden. Für solche schwer vermeidbaren Emissionen gewinnen Technologien zur CO2-Entnahme und -Speicherung zunehmend an Bedeutung.
Bislang wurde CO2 in einzelnen Pilotprojekten im Ausland gespeichert. Dort wird das Gas in alten Öl- und Gasfeldern oft tief unter dem Meeresboden oder in Basaltgesteinen gespeichert. Nun wird erstmals geprüft, ob eine CO2-Einspeisung auch in der Schweiz möglich ist.
Pilotprojekt in stillgelegtem Bohrloch der Nagra
Als Teststandort des Pilotprojekts CITru, welches von der ETH Zürich geleitet wird, dient ein Bohrloch im Gebiet der Gemeinde Trüllikon im Zürcher Weinland. Das Bundesamt für Landestopographie (swisstopo) konnte das stillgelegte Bohrloch von der Nationalen Genossenschaft für die Lagerung radioaktiver Abfälle (Nagra) übernehmen.
Im Projekt wird erforscht, ob CO2 über dieses Bohrloch in eine geeignete Gesteinsschicht in mehr als 1000 Metern Tiefe eingespeist werden könnte. Dort würde sich dann das Gas im salzhaltigen Tiefenwasser verteilen, während darüberliegende, undurchlässige Gesteinsschichten verhindern, dass es wieder an die Oberfläche gelangt.
Bevor eine solche Testeinspeisung überhaupt stattfinden kann, werden zunächst die geologischen Voraussetzungen und möglichen Risiken untersucht. Dazu gehören unter anderem seismische Messungen, um die Strukturen im Untergrund sichtbar zu machen sowie Computersimulationen, die zeigen sollen, wie sich CO2 im Gestein ausbreiten würde. Ein zentrales Ziel ist dabei, mögliche Risiken zu erkennen.
So wird beispielsweise geprüft, ob das Gas durch Lecks in der geologischen Formation oder im bestehenden Bohrloch entweichen könnte. Auch das Risiko für mögliche kleine Erdbeben durch die Einspeisung wird untersucht. Erfahrungen aus Projekten im Ausland zeigen jedoch, dass eine sorgfältig geplante CO2-Einspeisung im Untergrund sicher umgesetzt werden kann. Sollte es zu einer Testeinspeisung kommen, würde das Verhalten des CO2 im Untergrund laufend in Echtzeit überwacht. Wenn sich unerwartete Entwicklungen zeigen würden, könnte die Einspeisung jederzeit angepasst oder gestoppt werden.
Neben technischen Fragen werden im Pilotprojekt auch regulatorische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen untersucht.

Swisscom unterstützt das Forschungsprojekt
Swisscom beteiligt sich finanziell am Projekt CITru. Die Förderung von Projekten zur CO2-Entnahme und -Speicherung ist Teil ihres sogenannten BVCM-Ansatzes (Beyond Value Chain Mitigation). Dabei investiert das Unternehmen in Klimaschutzmassnahmen ausserhalb der eigenen Wertschöpfungskette.
Solche Projekte ergänzen die laufenden Massnahmen zur Reduktion der eigenen Emissionen und sollen dazu beitragen, langfristig Netto-Null zu erreichen und zu stabilisieren. Gleichzeitig fördern sie die Entwicklung neuer Technologien und wissenschaftlicher Erkenntnisse im Bereich der CO2-Speicherung.
Beitrag zur CO2-Strategie der Schweiz
Das Pilotprojekt soll helfen, das Potenzial und die Herausforderungen der CO2-Speicherung im Schweizer Untergrund besser zu verstehen. Gleichzeitig trägt das Projekt dazu bei, Wissen und Kompetenzen für zukünftige CO2-Management-Strategien in der Schweiz aufzubauen.
Mit der Zusammenarbeit zwischen der ETH Zürich und Swisscom engagieren sich zudem zwei Akteure der Initiative Vorbild Energie und Klima (VEK) gemeinsam für innovative Lösungen im Klimaschutz.
Neben der Swisscom wird das Projekt finanziell durch das Pilot- und Demonstrationsprogramm des Bundesamts für Energie, dem Kanton Zürich, Entsorgung + Recycling Stadt Zürich (ERZ), dem Verband der Betreiber Schweizerischer Abfallverwertungsanlagen (VBSA), Energie 360° AG, der Neustark AG und der ETH Foundation unterstützt.